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| Eine Entdeckungsreise zu der Zukunft des Bodens. (Bild: Uzin Utz AG) |
Der Boden der Zukunft: Alleskönner unter unseren Füßen
12.08.2011, 13:51 Uhr
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, ob Ihr Wohnzimmerfußboden sich per Knopfdruck in eine gigantische Beleuchtungseinheit verwandeln lassen könnte? Oder ob der Teppich neben dem Bett auch zur Lufterneuerung nutzbar wäre? Nein?
Aber es gibt Menschen, die denken über solche Dinge nach. Und manchmal bringt jemand diese Menschen zusammen und es entsteht eine regelrechte Denkfabrik. Genau das hat die Uzin Utz AG anlässlich ihres 100jährigen Bestehens getan. Unter dem Motto „Die Zukunft unter uns” rief das Unternehmen Experten aus den verschiedensten Bereichen – von Architektur über Kommunikation bis zur Medizin – zusammen, um über die Möglichkeiten einer Alltagserscheinung nachzudenken: Der Boden auf dem wir stehen, leben, wohnen.
Im ersten Moment irritiert die Idee, die einem die Kreativen auf der Homepage des Projektes um die Ohren hauen. Da ist die Rede von aus dem Boden wachsenden Stühlen, von Böden die uns zum Lachen bringen, und sogar über vertikale(!) Fußböden denken die Kreativteams nach. Doch nach dem ersten Kopfschütteln erscheinen viele der Gedankengänge gar nicht mehr so seltsam. Warum sollten wir nicht einen Fußboden zuhause haben, der wie eine Art Barfuß-Pfad die vom täglichen Schuhzwang geplagten Füße entspannt und die Körperhaltung verbessert? Sind nicht Sensoren im Boden durchaus sinnvoll, die automatisch einen Notruf absetzen, wenn der Bodenbewohner stürzt und sich mehr als drei Minuten nicht bewegt? Dass der Bodenbelag dabei natürlich wiederverwertbar, schadstoffarm und ökologisch verträglich hergestellt ist, versteht sich von selbst.
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| Der intelligente Fußboden: unterhaltsam, gesundheitsfördernd, lebensrettend? (Foto: Uzin Utz AG) |
Angesichts unserer modernen Welt, in der fast jeder ein Smartphone besitzt, voll vernetzte Zentralsteuerungen im Haus keine Seltenheit mehr sind und sogar Fassaden intelligent sein können, ist der Denkschritt zum multifunktionalen Boden ein kleiner. Und ich persönlich bin, natürlich ganz uneigennützig, durchaus fasziniert von der Idee eines selbstreinigenden Bodenbelags. Allerdings nur solange, bis mir irgendeine künstlich intelligente Parkettbohle höflich mitteilt, dass ich leider unter Plattfüßen leide, eindeutig Übergewicht habe und meine Haltung insgesamt zu wünschen übrig lässt. Zum Glück können wir noch immer selbst entscheiden, wie schlau unsere Einrichtung sein soll. Manchmal reicht auch das Knarren eines alten Dielenbodens aus unvernetzten Zeiten, um sich zu Hause zu fühlen. Die Faszination des Möglichen allerdings bleibt.
Sie merken, es gibt Menschen, die wirklich über Fußböden nachdenken. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie irgendwann einmal in Ihr Finanzamt kommen, am Eingang von einer sanft schimmernden Fliese freundlich nach Ihrem Begehr gefragt und nach der verdutzten Antwort Ihrerseits mit einem angenehm gedimmten Lichtstreifen auf dem Boden zum Sachbearbeiter Ihres Vertrauens geleitet werden.
Bis dies Wirklichkeit geworden ist, bleibt Ihnen unter anderem der Besuch der Projektausstellung „Die Zukunft unter uns”, die vom 29. August bis zum 10. September 2011 im Stadthaus Ulm zu sehen sein wird. Vielleicht finden Sie ja schon dort Ihren zukünftigen Traumboden. Mit oder ohne Fernbedienung.
Carmen Rudolph
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